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Eine gute Nachricht

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familieTagesthema: 23. Februar 2010

Einer Studie im Auftrag einer großen Eltern-Zeitschrift zufolge machen sich 60 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen Gedanken um arme Kinder, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst. Warum dies eine gute Nachricht ist, fragen Sie sich? Nun, gleich aus zweierlei Gründen: Zum einen zeigt sie, dass Kinder auch heute noch entgegen landläufiger Meinung zur Empathie fähig sind, zu Mitgefühl, Mitleid. Dass sie wahrnehmen und erkennen, was um sie herum geschieht. Viel zu häufig malen die Medien nur noch ein verzerrtes Bild von Kindern und Jugendlichen, stellen sie dar als potenzielle Gewaltverbrecher und Schulversager. Die Mehrheit der Kids aber ist heute so normal wie früher.

Doch noch aus einem anderen Grund ist diese Kurzmeldung eine gute Nachricht: Diese modernen, aufgeklärten Kids hinterfragen nicht, warum denn eine arme Familie überhaupt Kinder hat, oder vielleicht sogar viele Kinder. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass diese Kinder erwünscht sind, genau wie sie selbst. Sie zeigen uns Erwachsenen: "Ich bin auf der Welt, und das ist gut so." Und damit haben sie recht. Denn jedes Kind ist ein großes Glück. Kinder, die einfach nur Mitleid haben mit Altersgenossen in Armut, ohne zu hinterfragen, warum die Eltern keine bessere Familienplanung gemacht haben, rücken unser abgeklärtes Weltbild ein bisschen gerade. Solange wir "Kinderreichtum" nur im Zusammenhang mit "Armutsrisiko" nennen, sind wir auf dem falschen Weg. Kinder machen die Gesellschaft reicher – mit ihren unkonventionellen Ideen, ihren Fragen, ihrer Phantasie. Wer sich Kinder wünscht, ahnt das. Denn Kinder machen uns reich – und deshalb sollte sich jeder Kinder leisten können.

Jedes Mädchen, jeder Junge bringt neues Licht, neues Lachen auf die Welt. Wir sollten Kinder wieder als das sehen, was sie sind: ein Geschenk, eine Hoffnung auf die Zukunft. Doch damit sich diese Hoffnung erfüllen kann, sollte uns im wohlhabenden Deutschland nichts zu teuer sein, um allen Kindern ein Leben zu ermöglichen, das ihnen Chancen eröffnet. Das sind wir ihnen schuldig. Denen, die leiden, und denen, die mitleiden.

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1 Kommentar

  1. LEIDER fallen normalerweise nur die Kids auf, die "negative" Verhaltensweisen zeigen. Und Kinder lernen das, was man ihnen vorlebt und vor Augen führt. Kinder beschäftigen sich mit dem, was man ihnen zur Verfügung stellt. - Selten liest man über die vielen kleinen und großen guten Taten von Jugendlichen, die positiv auffallen. Was wären wir in Deutschland ohne unsere Kids und Jugendliche, die sich (auch später) in Rettungsdiensten engagieren? Selbst im oder fürs Ausland engagieren sich ständig Millionen von Kids, damit andern geholfen werden kann. Meistens sind solche Taten in den Medien nur einen kleinen Hinweis wert. Schade eigentlich, diese Kids und Jugendlichen sollten viel öfter gelobt werden. Wie wichtig und wertvoll sie wirklich sind merkt man meist erst dann, wenn man sie persönlich braucht. Dass dazu aber oft jahrelanges Training und Engagement nötig ist, um im Notfall sofort da zu sein, wird viel zu oft vergessen. Die Freizeit, die Kids und Jugendliche investieren ist einfach unbezahlbar - genau wie ein Kinderlachen.

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